Gewinnerinnen und Gewinner des greenhouse ruhr Programms auf der Bühne
Wirtschaftsförderung Dortmund

Ein Abend der Anerkennung: Prämierung für Soziale Innovationen beim greenhouse.ruhr Abschlussevent

Am Montag, den 30.10.2023 fand die Prämierung für Soziale Innovationen im Rahmen des greenhouse.ruhr Programms statt. Die Veranstaltung, die von einer Vielzahl von gemeinnützigen Organisationen und sozial engagierten Unternehmen unterstützt wurde, würdigte spannende Projekte und Ideen, die dazu beitragen, die Gesellschaft positiv zu verändern und die Lebensqualität vieler Menschen zu verbessern.

Das domicil, bekannt als Spielstätte für Jazz und aktuelle Musik, war an diesem Abend mit einer Atmosphäre der Hoffnung und des Mutes erfüllt. Die Gäste zeigten sich begeistert von den innovativen Ideen und der Entschlossenheit der Teilnehmer*innen bzw. Gründungsteams, die Welt um sie herum zum Besseren zu verändern. Nachdem alle sieben Teams gepitched haben, beriet sich die Fachjury. Währenddessen hielt Unternehmerin, Autorin und Aktivistin Milena Glimbovski eine inspirierende Keynote für die Gründer*innen.

Ein Abend voller Gewinner*innen

Bevor die Prämierung startete, wurde vom Team der Wirtschaftsförderung Dortmund verkündet, dass es an diesem Abend nur Gewinner*innen geben würde. Auch wenn man nicht unter die Top 3 gewählt wurde, erhielten alle Teilnehmer*innen ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro.

Die erste Prämierung des Abends erhielt das Projekt „Wolkenzimmer“. Im Wolkenzimmer wird Sole von einem Solevernebler in feine Partikel zerstäubt und gibt diese wie kleine Wolken in die Luft ab. Diese dringen tief in die Atemwege ein und reinigen sie. Die Gründerin, Anna Dieckmann, hat damit nicht nur den Nerv bei Familien mit Kindern, die Atemwegserkrankungen haben, getroffen. Sondern auch viele weitere Menschen, die 45 Minuten lang im Wolkenzimmer frei durchatmen oder sich einfach wohlfühlen möchten.

Die zweite Prämierung bekamen Vanessa Flieger, Dominik und László Lempner. Im Projekt „Flieger“ bauen sie artgerechte, nachhaltige sowie hochwertige Nisthilfen und Fledermauskästen für planungsrelevante Arten aus langlebigem Lärchenholz. Zudem bieten sie ein All-in-One-Paket an, was die Anbringung und Wartung enthält. Somit können Sie im Vergleich zu anderen Unternehmen in kürzester Zeit planen, bauen und anbringen. Durch die Implementierung von nachhaltigen Nistkästen hat das Team von Flieger einen besonderen Beitrag zur Förderung der Biodiversität geleistet.

Der Höhepunkt des Abends und die finale Prämierung erhielten Christine Bartsch und Maren Willke für ihr Projekt „Autismus als Spektrum“. Das Projekt widmet sich der Inklusion von Menschen im Autismus- und ADHS-Spektrum und der Aufklärung darüber. Mittlerweile haben die beiden einen Verein gegründet und es sich zur Aufgabe gemacht, Barrieren abzubauen und eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen im neurodivergenten Spektrum teilhaben können. Aktuell arbeiten sie an einem Podcast, Beratungsangeboten für Menschen im und außerhalb des Spektrums sowie Workshops/ Seminare für Fachpersonal. Neben dem Preisgeld in Höhe von 5.000 € erhalten die beiden Gewinnerin die Möglichkeit in einer ganzen Podcast-Folge bei „Purpose Projects Podcast“, von ihrer sozialen Innovation zu berichten.

 

Die beiden Gewinnerinnnen halten eine Urkunde in der Hand
Wirtschaftsförderung Dortmund

Nach dem Abschlussevent haben wir bei Christina Bartsch und Maren Willke (v.l.) mal genauer nachgefragt:

Wie waren die letzten fünf Monate im greenhouse.ruhr-Programm?

Unglaublich produktiv, wir haben Ziele erreicht, die wir alleine nie erreicht hätten und die Coachings und der restliche Input waren unbezahlbar.

Hattet ihr einen besonderen „Aha“-Moment während dieser Zeit? 

Für mich (Christine) als mehrfachbehinderte Person war es toll zu sehen, dass auch jemand wie ich in so ein Programm gehört. Ich habe manchmal Phasen an denen ich tagelang nicht arbeiten kann und das ist okay. Wir haben nicht alle das selbe Tempo und auch ein langsames Vorankommen ist ein Vorankommen. Außerdem war es nochmal super die Bestätigung zu bekommen, wie toll wir uns als Team mit unseren individuellen Backgrounds ergänzen.

Was ist eure Botschaft an alle zukünftigen Gründer*innen, die sich den sozialen und ökologischen Geschäftsideen und sozial innovativen Projektideen widmen? 

Man muss nicht studiert haben, um tolle Ideen zu haben. Gerade behinderte Menschen müssen für Ihren Alltag viele Copingstrategien entwickeln, was enorme Kreativität und Willenskraft erfordert. Der Blick den marginalisierte Personen auf die Probleme unserer Gesellschaft haben ist in keinem Studium abgedeckt. Also holt uns in Euer Team und/ oder unterstützt unsere Ideen!

Die Abschlussveranstaltung war nicht nur eine Feier der Errungenschaften, sondern auch eine Erinnerung daran, dass das Streben nach sozialer Gerechtigkeit und das Eintreten für das Gemeinwohl von uns allen gefördert werden müssen. Die Preisträger*innen, die an diesem Abend geehrt wurden, sind ein gutes Beispiel dafür, dass gemeinsame Anstrengungen und innovative Lösungen einen bedeutenden und positiven Einfluss auf die Welt um uns herum haben können.